Chronology – Wissenschaftler und Schnecke

7. Juni 2014

Chronology - Wissenschaftler trifft Schnecke

Wenn Braid und Bastion ein Kind hätten, dann könnte es Chronology heißen. Zumindest war das mein erster Eindruck. Selbst nach einer Stunde Spielzeit blieb das vertraute Gefühl bestehen, obwohl Chronology keines der beiden Spiele kopiert. Ein wenig Spielemechanik aus Braid und Atmosphäre aus Bastion beschreiben den Mix wohl am ehesten.

Aber ich fange besser ganz von vorne an. Chronology erzählt die Geschichte eines Erfinders, der in einer Steampunk angehauchten Welt sein Dasein der Zeitforschung verschrieben hat. Bei seiner Arbeit war er durchaus erfolgreich, denn in seiner Tasche trägt er eine Uhr mit sich, mit der er die Zeit vor- oder zurückdrehen kann. Auf diese Weise springt man in die Vergangenheit, um Einfluss auf die Gegenwart zu nehmen und sich z.B. Hindernisse aus dem Weg zu räumen oder durch das Verpflanzen von Setzlingen neue Wege zu eröffnen.

Auf seinem Weg trifft er eine Schnecke, die einen Metalpanzer auf dem Rücken trägt. Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei um ein Hightech-Gerät aus dem Labor des Erfinders, mit dessen Hilfe man die Zeit einfrieren kann. Zu zweit machen sie sich auf den Weg in die Stadt, um die verlorenen Erinnerungen des Erfinders aufzufrischen und den Grund für die trostlose Gegenwart zu finden. Denn irgendwie scheint alles mit den Zeitexperimenten zusammen zu hängen.

schoene vergangenheit trostlose gegenwart

Spielerisch funktioniert der Mix aus Plattformer und Zeitmanipulationsrätseln ganz ausgezeichnet. Durch die unterschiedlichen Fähigkeiten der Schnecke und des Wissenschaftlers lassen sich interessante Plattformrätsel konstruieren. Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel nimmt im Spielverkauf leicht zu, bleibt aber moderat. Es gab eigentlich nur ein Rätsel, das mich länger beschäftigt hat. Ein wenig schwerer wäre eventuell nicht verkehrt gewesen. So ist es aber auch für Casual Spieler geeignet.

Alien, Sandwurm oder beides Quasselstrippe chronology_05

Auch an der Steuerung gibt es nichts zu bemängeln. Ich habe es mit einem X-Box 360 Kontroller gespielt und nach kurzer Zeit geht der Wechsel zwischen den Protagonisten als auch durch die Zeit wie selbstverständlich von der Hand. Die Grafik ist sehr schön und mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt. Mit dem Update diese Woche werden nun auch höhere Auflösungen bis zu 1080p unterstützt, ohne dass das Bild skaliert werden muss. Und auch die musikalische Untermalung passt wunderbar. Während ich das hier schreibe, läuft der Soundtrack rauf und runter.

Leider gibt es neben der ganzen Lobhudelei aber auch einen nicht unerheblichen Wermutstropfen. Mit knapp drei Stunden Spielzeit fällt der Spielspass leider recht kurz aus. Und trotz der gelungenen Aufmachung wirkt das Spiel durch ein zu abruptes Ende unfertig und hinterlässt einen unbefriedigenden Eindruck. Das zumindest war das Gefühl, das sich bei mir vor knapp zwei Wochen nach dem Durchspielen breit machte. Auch wenn es inzwischen verflogen ist. Wer eh nicht so viel Zeit hat und sich an der kurzen Spieldauer nicht stört oder gewaltfreie Spiele für seine Kinder sucht, kann hingegen getrost zugreifen.

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